Archive for Januar, 2013



Im Rückblick auf den Blog 2012 stellen Matrosin und der Clown fest: Es war ein Jahr des Probierens, des Suchens, des sich Kennenlernens. Ein Anfang.

aufkonfrontationskursmitdemschicksal forcierte 2012 die Suche und die Reise nach Achtsamkeit. Ein Probieren und Nachdenken. Ein Fragen und Überlegen.

Schön und gut.

2013 wird anders, weil sich alles stets verwandelt.

Das letzte Jahr hat Fragen, die uns von nun an begleiten wollen, aufgeworfen:

Der Clown: Was bedeutet Konsum für uns?

Ersetzt er z.B.: die Liebe, die Moral oder die Freiheit?

Matrosin: Ersetzt Konsum das soziale Gefüge?

Der Clown: Ist Nein jetzt das neue Ja?

Matrosin: Bedeutet Konsumverzicht die Erschaffung von Frei- und Freuräumen?

Der Clown: Ersetzt Konsum unseren Glauben?

Matrosin: An was glauben wir denn noch?

Der Clown: Verliert sich meine Achtsamkeit, wenn ich ständig auf Neues gestoßen werde?

Matrosin: Ist das alles aus Plastik?

Der Clown: Sei es durch Werbung oder andere Medien?

Matrosin: Verschleiert ein zu viel immer ein zu wenig?

Der Clown: Wer konsumiert hier wen?

Matrosin: Brauch ich das jetzt wirklich?

Der Clown: Nimmt einem Achtlosigkeit die Fähigkeit Glück zu empfinden?

Matrosin: Was wird nur aus all dem Plastik?

Der Clown: Brauch ich das jetzt wirklich?

Matrosin: Was werfe ich heute von dir weg Welt?

Der Clown: Warum fastest du  nicht?

Matrosin: Fasten? Ich?

Der Clown: Vom 13.Feb bis 31. März ist Fastenzeit.

Matrosin: Warum ich?

Der Clown: Kannst du eine Fastenzeit lang ohne Fleisch, Fisch, Honig, Butter, Milch und Käse sein?

Matrosin: Klar kann ich.

Der Blog widmet sich 2013 dem Thema Konsumverzicht.

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Es ist Kohlzeit in Bremen und Norddeutschland. Und weil das so ist brauchen zwei Nordlichter mal wieder etwas zum Aufwärmen. So lädt der Clown die Matrosin zum Bremer Grünkohl -Essen ein. Zum Kohl gibt es karamellisierte Kartoffeln und Pinkel- eine Bremer Spezialität. Pinkel ist eine deftige Kochwurst aus Speck, Hafergrütze, Schweineschmalz, Rindertalg, Zwiebeln und Gewürzen. Der Name Pinkel leitet sich aus dem Wort Pinker= Rindermastdarm ab, dieser Teil des Darms wird gewöhnlich als Wursthülle verwendet und letztendlich verspeist.

Weiß man nicht, was diese Wurst enthält, schmeckt sie hervorragend.

Hier in Bremen ist der Kohl so beliebt, dass er von den Einheimschen in Form einer Kohlfahrt- einem kollektiven Besäufnis mit Spielen & frischer Luft- gefeiert wird. Ein skurriles Ereignis, das jedem Nicht-Bremer verschlossen bleibt.

Nun also zu unserem Pinkel und unseren Protagonisten:

Unser Clown ist bekanntermaßen Vegetarier und die Matrosin hat in der Weihnachtszeit zu viel Fleisch in sich begraben. Wie kommen beide in den Genuss eines typischen Bremer Grünkohls mit Pinkel?

Neuerdings darf sich uns Pinkel als veganes Würstchen vorstellen. Ja vegan. Und es schmeckt ganz hervorragend so ohne Tierfett. Der Pinkel kommt ohne die üblichen Zutaten: Hefeextrakt, Sojahack, Tofu oder Seitan aus. Das alles braucht er nicht, um zu schmecken. Ist nichts drin außer Palmöl, Hafergrütze und Gewürzen.

Die Matrosin ist ganz überrascht und begeistert davon. Sie will mehr und der Clown hat eine gute Idee.


Matrosin: Was ist Achtsamkeit? Fragt sich was Unachtsamkeit ist. Das habe ich neulich im Bio-Supermarkt so gesehen.

Über die Marketing-Strategie eines nachhaltigen Unternehmens lässt sich streiten:

Kommt ein Kunde in die Notlage seine Einkaufstasche vergessen zu haben, so bietet sich ihm folgendes System an: Kauf dir ’nen Pfandbeutel, den du jederzeit gegen Rückgabe deines Geldes bei uns abgeben kannst.

Diese Kundin wusste das für sich zu nutzen.

Kassiererin: Sie wollen den Pfandbeutel gegen den Pfandbeutel tauschen? Kein Geld zurück?

Kundin: Ja, den alten Beutel müsste ich doch waschen.

Matrosin:  Aha. Alles neu macht der Mai nein das Geld!


Der Clown:

Was ist Achtsamkeit?

Wie führst du ein achtsames Leben?

Ist Achtsamkeit in?

Kannst du Achtsamkeit zwischen all den Regalen kaufen?

Wie sieht sie aus?

Hat Achtsamkeit eine Form oder eine Farbe?

Ist Achtsamkeit formbar?

Erscheint sie dir, wenn du meditierst?

Bist du achtsam, wenn du dem Luftzug deines Atems beim Ein-und Ausatmen lauschst?

Ziehst du die kalte Luft zuerst durch den rechten oder den linken Nasenflügel?

Sagt das etwas über dich aus?

Macht dich Achtsamkeit glücklich?

Obwohl ich mich im Beobachten versuche und ein Wanderer bin, kann ich mir diese Fragen noch nicht beantworten.

All diese Frage habe ich an dich da draußen. Und an dich Matrosin:

P.S.: Ich bin Links-Einatmer.


Matrosin: Über die Adventszeit besuchten wir Marion, unsere Urheberin, die uns, weihnachtlich gestimmt, beherbergte und an ihrem Leben teilhaben ließ. Danke Marion, es war sehr schön bei dir zu sein.

Wer sich in meiner Kajüte herumtreibt, weiss, dass ich Fleisch liebe. So lässt sich meine lange Abwesenheit mit der Völlerei in der Weihnachtszeit erklären.

Der Clown findet mich deshalb ziemlich brutal. Vielleicht meldete er sich deshalb solange nicht bei mir? Und davor war irgendwas anderes. Und davor war wieder was anderes.

So verstrich die Zeit auch ohne Blog und nun starten wir ins Jahr 2013, naja ich rolle eher, was den Clown (er meldet sich wieder) dazu bewegt, mich wegen meiner maßlosen Fleischesserei zu verhöhnen. Ich fühle mich  seinen Bekehrungsversuchen ständig ausgesetzt, das widerum stärkt meinen Widerstands-Geist. Ich halte dagegen. Die Regale sind doch voll von dem Zeug. Die Schlachthöfe sind weder zu sehen noch zu riechen, weil zentralisiert im Nirgendwo. Der Blick auf die Kadaver bleibt mir also erspart und ich kaufe immerhin im Bio-Supermarkt.

So träume ich weiter von wohl duftenden Schnitzeln und Steaks.

Ich wünsche euch Lesern, Vegetariern oder Fleischessern ganz egal, ein frohes neues Jahr 2013, auch im Namen des Clowns.

Im Übrigen besteht der Clown darauf, dass ich mir folgendes Feature des WDR-Radio anhöre, vielleicht ist das ja auch für euch von Interesse.