Wir beobachten:

Einen großen runden Tisch, an dem einige Freunde sitzen. Die Matrosin bruncht mit ihnen in fröhlicher Stimmung. Sie ist so sehr in ein gutes Gespräch vertieft, dass sie ganz selbstverständlich einen Bissen des vor ihr liegenden Putenbrustfilet-Brötchens nimmt. Putenbrustfilet?

Aaah Schuldgefühle! Wegen Fleischgenuss? Das ist zuviel. Das ist alles nur geträumt. Sie erwacht.

Jeder Ex-Raucher kennt diesen Traum. Es ist ein Zeichen, dass man sich nun endlich von der alten Sucht lossagt. Aus. Schluss. Vorbei. Das gibts nie wieder.

Wenns um Zigaretten geht, ist das für die Matrosin gar keine Frage. Sie ist froh, dass sie diese Dinger schon lange los ist. Aber Schuldgefühle wegen Fleischverzehr?

Nach knapp 2 Wochen ohne scheint ihr das übertrieben.

Die Matrosin hat mit vielem gerechnet, als sie sich im Vorwege Gedanken über ihr veganes Fastenvorhaben machte.

Sie malte sich schmerzhafte Nebenwirkungen aus. Heisses Verlangen auf Butter und Käse oder Eier, dementsprechend vergrätzte Alltagsstimmung und Unzufriedenheit in ihrem Gesicht.

Dazu heimliche, nächtliche Fressattacken in Form von Brie, Gouda und Tilsiter, die ihr vorführen, wie sehr sie sich selbst bescheisst.

Das hat sie erwartet. Doch nein. Still und zugehört:

Matrosins bisherige Nebenwirkungen sind:

gute Laune, mehr Gelassenheit, ein leichteres Körpergefühl, mehr Achtsamkeit,  zudem eine höhere Wertschätzung für sich selbst und unsere Mitgeschöpfe z.B. für Bienen und Mitmenschen.

Und kein Ende in Sicht.

Jetzt beschleicht sie eine andere Angst, nicht zuletzt hervorgerufen durch das intensive Durchleben der Schuldgefühle in ihrem Traum..

Wird sie zur Veganerin? Das hat sie so nicht geplant.

Was will ihr dieser Traum also sagen?

Das vegane Fasten zeigt ihr gerade die genussvolle Seite des Lebens, sie isst und isst und isst sich durch den grauen Alltag und das ohne schlechtes Gewissen.

Alles was sie ist, macht ihr Spaß und sonst nichts.

Sie merkt, was sie alles nicht braucht. Und dass es immer anders geht.

Das ist ziemlich befreiend und macht sie froh.

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