Category: Achtsamkeit



Der Horizont dunkel. Es erscheint das erste kleine Licht des roten Riesen.

Der Clown fasst sich sein Herz und läuft direkt auf den erwachenden Ball zu, umarmt diesen mit weit geöffnetem Blick und lässt sich davon tragen..

In einen neuen Morgen.

Alles neu, alles Licht. Alles gut. Er nimmt sich mit und hat sich noch nicht verloren.

Seine Zellen erinnern:

das was das was das was das was das was das was das was das was das was das was das was das was das was war ist wird

alles eins alles atmen alles verbunden und frei gefühlt, gelebt, geliebt zu werden.

Atmen als Weg. Eine Verbindung. Müssen wir alle.

Darum geht es  doch im Großen und Ganzen. Sonst nichts.

Alles Atmen und zwar mit Liebe- vom ersten bis zum letzten

Atmen- tut die Matrosin jetzt tief, tiefer und am tiefsten. Mal laut mal leise, mal zischend mal schwer.

Neulich flüsterte ihr einer. Sie spürt seinen Atem auf ihrer Haut. Noch immer. Atme dich in den Empfangsmodus. Das fand sie vielversprechend.

Sie fragt sich, was das denn bitte bringen soll jetzt- mit dem Empfangsmodus und dem Atmen und wie das überhaupt geht.

Der Clown rät: Empfangend einatmen Zweifel ausatmen.

Sie beschliesst einfach nur atmend durchs Leben zu gehen ist gar nicht so leicht. Jedoch ihr Perspektivwechsel.

Und sie fragt sich was am atmen weiblich ist?

 

 


Die Matrosin und der Clown melden sich zurück aus einer langen Reise durchs Universum.

2015 wird ein sehr weibliches Jahr, das haben sie beschlossen. Die Matrosin hadert noch ein wenig damit, doch der Clown konnte sie überzeugen.

Es ist augenscheinlich, der Clown ist mehr Frau, die Matrosin mehr Mann, und doch ergeben sie zusammen eine Einheit. Das ist ihnen im Weltall bewusst geworden.

Viele interessante Wesen sind ihnen unterwegs begegnet: die innere Frau und der innere Mann zum Beispiel. Diese Wesen sind universell und für jeden da. Suche in dir selbst, lieber Leser, und du wirst sie finden. Mit ein wenig Geduld und regelmäßigen Verabredungen.

Die Matrosin widmet sich nun vornehmlich ihrer inneren Frau, vergisst darüber jedoch nicht ihren inneren Mann, denn sie weiss, sie kann nur mit beiden gut leben. Also pflegt sie beide Freundschaften.

Die innere Frau ist ihr jedoch gänzlich unbekannt gewesen in der Vergangenheit. Da musste sie erst ins All fliegen, um auf sie zu stoßen. Das ist bitter, denn sie spürt, dass sie in der Vergangenheit viel vermisst hat. Nachdem sie so weit hinaus geflogen ist, nimmt sie nun einen Weg nach innen  zu ihrem innersten Wesen. Und weiss sich durch ihren inneren Mann im außen gut geschützt.

Schaut gern hier vorbei und unterstützt die Matrosin dabei ihre innere Frau kennenzulernen und ihren ganz eigenen Schatz zu heben.

Der Clown kann auch nicht alles auf seinen Schultern tragen..;)


Die Matrosin war heute im Hamam. Was sehr schön, weil warm, war und den durch das Fasten angestrebten körperlichen und seelischen Reinigungsprozess gefördert hat.

Im Gegensatz zur Sauna kann man sich im Hamam ausgiebig pflegen, indem man seine Peelings, Haarspülungen und Gesichtsmasken mitbringt und dort verwendet. Nichts leichter als das, wenn man einen feinen Vorrat im Badezimmerschrank weiss.

Die Matrosin griff also nach einer besonderen Lavendel/Orangenblütenhonig-Paste, eine spezielle Pflege fürs Hamam. Aber Honig in der veganen Fastenzeit? Das hatte sie so nicht vor.

Ich werde ihn ja nicht essen oder einkaufen und trage doch auch Schuhe aus Leder. Die Tube ist seit zwei Jahren geöffnet und noch, dank der Konservierungseigenschaften des Honigs haltbar, aber wann werde ich die nächste Gelegenheit für einen Hamam-Besuch haben? Ich weiss es nicht. Und so etwas kostbares aus Bienenhonig und Propolis wegwerfen geht gar nicht.

Also steckte sie die Tube in ihre Tasche und später im Hamam genoss sie diese Pflege ganz besonders. Der Geruch des Honigs war süß duftend und entspannend, die Haut wurde sanft von der warmen Konsistens des fließenden Honigs umhüllt. Doch als der durch die Hitze verflüssigte Honig über ihren Mund floss, schleckte ihre Zunge schnell darüber hinweg. Reflex.

Morgen gehts ganz ohne Honig-Körper-Maske, dafür herrlich entspannt, weiter.

Die Matrosin war sich selten so bewusst wie heute, dass ihr dieser Genuss von vielen fleißigen Arbeiterbienen ermöglicht wird. Sie beschliesst den Bienen und dem Sinn des Verzichts auf Honig, der sich ihr bisher von allen „Veganer-Do Not’s“ am meisten verschließt, nachzugehen.

Vorerst setzt sie ein großes ? hinter den Verzicht auf Honig. Sie isst ihn gewöhnlich sehr selten, so 1-2 Mal im Jahr, aber dennoch, versteht sie nicht genau, was gut daran sein soll, auf ihn zu verzichten.

Gewöhnliche Massentierhaltung stellt die Haltung eines Bienenvolks wohl eher nicht dar.

Aber wie arbeiten Imker eigentlich? Wie kann man im Einklang mit der Natur imkern und wie nicht?

Wisst Ihr vielleicht etwas über die Arbeitsbedingungen von Bienen?


Der Clown und die Matrosin konsumieren im Alltag vieles gedankenlos. Das macht ziemlich satt. Sie haben keine Lust mehr auf diese Überfluss-Wegwerf-Fress-Attacken-Supermarkt- Realtität.

Um herauszufinden, wie es ist auf etwas zu verzichten, was sie im Alltag gedankenlos konsumieren, machen sie einen Selbstversuch.

Beide haben sich überlegt, was sie ständig achtlos konsumieren. Und das wird gefastet. 7 Wochen lang.

Die Matrosin wird sich vegan ernähren. Das ist für sie eine Herausforderung, da sie bisher zu den Allesfressern zählt. Ihre Lust auf Fleisch widerspricht jedoch ihrer umweltpolitischen Haltung. Sie will ihren Klima-Fußabdruck verkleinern und das kann sie durch den Verzicht auf tierische Produkte erheblich. Sie will herausfinden, wie es ist, auf Milch, Käse, Butter, Eier und Fleisch, aber auch Honig zu verzichten. Es wird eine große Umstellung für sie, klar hat sie sich in den letzten Tagen mit Kochbüchern und vielen Tipps von Freunden, die so leben, eingedeckt. Die Bücher machen Lust aufs Probieren und ihre Freunde sehen auch ganz zufrieden aus. Warum also nicht einen Versuch wagen?

Und was konsumiert der Clown täglich und zwar gedankenlos im Überfluss? Er hängt immer wieder in Gedankenschleifen fest. Inzwischen weiß er, dass ein Großteil seiner Gedanken aus Zweifeln besteht. Zweifel an sich selbst, an anderen, aber auch an seinen Gaben, seinem Talent, seiner Liebe an seinem Erfolg. Ihr lest schon, es sind wahre Gedankenlawinen, die der Clown tagein tagaus konsumiert.

In den nächsten 7 Wochen wird er seine Zweifel fasten.

Das wird ein schwieriges Unterfangen, der Clown muss gut in sich hinein horchen und ehrlich zu sich selbst sein, will er es auch nur annähernd schaffen. Es wird ihm sicher nicht immer gelingen, aber wenn er einen Zweifel bemerkt, kann er ihn sich bewusst machen und loslassen. Darum soll es für ihn gehen.

Neben der Konsumkritik und dem Versuch, sich selbst zu zeigen, dass es auch anders geht als gewohnt, spielt für den Clown wie auch für die Matrosin Spiritualität eine Rolle. Sie diskutieren oft über religiöse Fragen. Hadern mit Gott und suchen nach ihrer  Haltung zu ihm.

Sie erhoffen sich in den nächsten 7 Wochen auf diesem spirituellen Weg weiterzukommen. Weiterzukommen ist hier jedoch die falsche Begrifflichkeit, denn um ein Eifern, eine Erfolgsorientierung soll es hier eben nicht gehen.

Das Fasten soll ihnen zeigen, dass es gut sein kann, etwas zu entbehren, dass es gut sein kann sich vom gewohnten Weg zu entfernen, einmal inne zu halten und eine altgeliebte Angewohnheit zu hinterfragen, indem man sie loslässt.

Wohin es geht wissen beide nicht, aber sie werden auf sich achten, sich beobachten und ihr Verhalten reflektieren. Im Jetzt sein und wenn es mal nicht gelingt, werden sie nicht verkniffen und frustriert aufgeben, sondern über sich lachen und sich selbst etwas besser kennenlernen und vielleicht sogar die ein oder andere Sache mit Gott besser verstehen.

Ihr werdet in den folgenden 7 Wochen, einen Erfahrungsbericht von dem Clown und der Matrosin lesen können. Im besten Fall macht Ihr beiden Mut oder hinterfragt ihr Fasten.


Im Rückblick auf den Blog 2012 stellen Matrosin und der Clown fest: Es war ein Jahr des Probierens, des Suchens, des sich Kennenlernens. Ein Anfang.

aufkonfrontationskursmitdemschicksal forcierte 2012 die Suche und die Reise nach Achtsamkeit. Ein Probieren und Nachdenken. Ein Fragen und Überlegen.

Schön und gut.

2013 wird anders, weil sich alles stets verwandelt.

Das letzte Jahr hat Fragen, die uns von nun an begleiten wollen, aufgeworfen:

Der Clown: Was bedeutet Konsum für uns?

Ersetzt er z.B.: die Liebe, die Moral oder die Freiheit?

Matrosin: Ersetzt Konsum das soziale Gefüge?

Der Clown: Ist Nein jetzt das neue Ja?

Matrosin: Bedeutet Konsumverzicht die Erschaffung von Frei- und Freuräumen?

Der Clown: Ersetzt Konsum unseren Glauben?

Matrosin: An was glauben wir denn noch?

Der Clown: Verliert sich meine Achtsamkeit, wenn ich ständig auf Neues gestoßen werde?

Matrosin: Ist das alles aus Plastik?

Der Clown: Sei es durch Werbung oder andere Medien?

Matrosin: Verschleiert ein zu viel immer ein zu wenig?

Der Clown: Wer konsumiert hier wen?

Matrosin: Brauch ich das jetzt wirklich?

Der Clown: Nimmt einem Achtlosigkeit die Fähigkeit Glück zu empfinden?

Matrosin: Was wird nur aus all dem Plastik?

Der Clown: Brauch ich das jetzt wirklich?

Matrosin: Was werfe ich heute von dir weg Welt?

Der Clown: Warum fastest du  nicht?

Matrosin: Fasten? Ich?

Der Clown: Vom 13.Feb bis 31. März ist Fastenzeit.

Matrosin: Warum ich?

Der Clown: Kannst du eine Fastenzeit lang ohne Fleisch, Fisch, Honig, Butter, Milch und Käse sein?

Matrosin: Klar kann ich.

Der Blog widmet sich 2013 dem Thema Konsumverzicht.


Matrosin: Was ist Achtsamkeit? Fragt sich was Unachtsamkeit ist. Das habe ich neulich im Bio-Supermarkt so gesehen.

Über die Marketing-Strategie eines nachhaltigen Unternehmens lässt sich streiten:

Kommt ein Kunde in die Notlage seine Einkaufstasche vergessen zu haben, so bietet sich ihm folgendes System an: Kauf dir ’nen Pfandbeutel, den du jederzeit gegen Rückgabe deines Geldes bei uns abgeben kannst.

Diese Kundin wusste das für sich zu nutzen.

Kassiererin: Sie wollen den Pfandbeutel gegen den Pfandbeutel tauschen? Kein Geld zurück?

Kundin: Ja, den alten Beutel müsste ich doch waschen.

Matrosin:  Aha. Alles neu macht der Mai nein das Geld!


Der Clown:

Was ist Achtsamkeit?

Wie führst du ein achtsames Leben?

Ist Achtsamkeit in?

Kannst du Achtsamkeit zwischen all den Regalen kaufen?

Wie sieht sie aus?

Hat Achtsamkeit eine Form oder eine Farbe?

Ist Achtsamkeit formbar?

Erscheint sie dir, wenn du meditierst?

Bist du achtsam, wenn du dem Luftzug deines Atems beim Ein-und Ausatmen lauschst?

Ziehst du die kalte Luft zuerst durch den rechten oder den linken Nasenflügel?

Sagt das etwas über dich aus?

Macht dich Achtsamkeit glücklich?

Obwohl ich mich im Beobachten versuche und ein Wanderer bin, kann ich mir diese Fragen noch nicht beantworten.

All diese Frage habe ich an dich da draußen. Und an dich Matrosin:

P.S.: Ich bin Links-Einatmer.


Während der blutende Mann ohne Obdach auf der Bank

Halt sucht.

Stehen zwei Streifenpolizisten mit ratlosem

Blick vor dem Subjekt und warten.

Ein Ball zerbricht das Geschehen.

Fliegt ihnen um die Nasen.

Fehlschuss!

Die spielenden Kinder kreischen vorbei.

Zwei Frauen auf hohen Schuhen mit strengem Parfum und vollen Taschen

jagen nach dem geeigneten Plätzchen für ihren Coffee To Go.

Ein Straßenfeger betrachtet die Szenerie.

Wie nur den Dreck schnell beseitigen.

Als ein Rettungswagen den Mann ohne Obdach

aus Clowns Blick entfernt,

rollen die Pappbecher des Coffee To Go in Richtung Blutlache.

 


Unser Clown trauert noch immer seiner vergeblichen Plastik-Liebe zur russischen Traumfrau nach.

Zu schade! Warum nur ist diese Frau nicht echt? Sie hätte es sein können. Die Richtige. Das hat er gespürt. Der Clown liebt seine Seifenblasen. Er lebt von ihnen. Stets sind sie ihm treue Begleiter gewesen. Ja,  die ein oder andere ist zerplatzt. Es tat immer sehr weh, sie als Pfützchen am Boden liegend zu sehen. Eine Idee weniger, eine unerhörte Lust, eine falsche Medaille. Eine ungelebte Liebe. Aber er wäre kein Clown, hätte er nicht das Werkzeug sich neue Seifenblasen zu pusten. Auch heute versucht er es wieder und wieder mit kussrotem Mund. Doch kein Glück. Entweder der Wind vertreibt sie oder sie wollen sich einfach nicht formen lassen. Bleiben aus. Pustenderweise läuft unser Clown umher.

Was tun ohne Seifenblasen? Er ist ein Nichts ein Niemand und noch viel mehr. Unruhe treibt ihn vor sich her. Finden. Irgendwas! Finden.

Die russische Textilarbeiterin hat ihn immerhin eine Zeit lang begleitet. Sie fehlt ihm von Herzen. Leere macht sich breit, schluckt jede Hoffnung. Lächerlich kommt er sich vor. Lacht sich selbst aus, er weiß sehr wohl, dass er einer Illusion hinterherlief. Die Wut auf sich selbst macht ihn bitter. Zu oft schon sind ihm seine Seifenblasen zerplatzt. So viel Liebe und Mühe. Gedanken umkreisen unseren Clown. Er wird sie nicht los. Er fühlt sich allein und verloren. Verraten und verkauft.

Halt?! ruft ein Mädchen von der Straße. Beinahe hätte er sie umgerannt. So vertieft in Gedanken, so durcheinander seine Mitte, so rasend seine Beine.

Um die Zeit noch so schnell unterwegs? Warum? Er weicht ihrer Frage aus. Sonderbar lacht sie ihn an. Eine langsame Person.

Gehen wir ein Stück zusammen?

Wer bist du?

Dein Entschleunigungsprogramm.

Erst jetzt bemerkt er seine Müdigkeit. Die hat er in seiner Hektik nicht gespürt.

Lass uns doch gemeinsam nach dem Glück- oder wie du es nennen magst- streben.

Nur wenn du gut pusten kannst, schmollt er.

Clown, schaust du dich auch mal um? Da sieht er das Mädchen an.

Vergiss deinen Atem nicht, sagt sie.

Eben noch war er allein.

 

Verfolger


Auszeit.. Der Clown an diesem Sonntag auf einer Wiese liegend, grasgrün, durchsetzt von dem Rot des Klatschmohns.

Sein heute ungeschminktes Gesicht (denn es ist Sonntag) auf den verschränkten Armen liegend,

sieht & denkt & stöhnt vielleicht manchmal.

Sein Blick in den Himmel zeigt uns:

pompöse Schäfchenwolken, die von feinen Schleierwolken, Pinselstrichen gleich, verfolgt werden.

Mit Freuden verfolgt er den Tanz der Schwalben, die ihm ihre beste Show zeigen.

Künstler. Diese stolzen und turnenden Flieger flüstern ihm was

von Körperbeherrschung, dem Instinkt in ferne Länder zu reisen

und davon, hier immer irgendwo eine Mücke zu finden, die satt macht.

Will ich sie alle zum Lachen bringen? Kann ich das? Raus aus meinem Mikrokosmos?

Es ist Sonntag: hetze nicht durch den Tag. Sieh doch die Vögel, die wissen auch nicht, was der nächste Tag bringt und ernähren sich doch..

Ich könnte Mehlwürmer essen. Gesund, proteinreich, aber nicht vegetarisch. Kommen also nicht in Frage. Schön billig wären sie aber..

Was die Matrosin wohl macht? Schmollt sicher, weil ich mich nicht melde.

Wie meine Rechnungen bezahlen? Der Untermieter will bald raus.

Ich möchte jetzt noch ein Soja-Eis. Und überhaupt, was will ich euch da draußen von mir zeigen?

Seinen nächsten Besuch wird er den russischen Textilarbeiterinnen von Aleksandr Dejneka abstatten. Also verfolgt er die Absicht den Sonntag noch Sonntag sein zu lassen und nicht zu:

Hetzen

Kaufen

Brauchen

Arbeiten- ob geistig oder körperlich- egal

Grübeln

Telefonieren

Da klingelt sein Smartphone.

Es ist die Matrosin.