Category: Atme



Die Matrosin zieht gern die Fäden. Das ist ihr bestes Geschäft. Es gibt ihr ein Gefühl der Macht. Schafft Sicherheit. Sie kreiert ihre Welt, ganz wie es ihr passt. Sie ist der Schöpfer. Doch hat sie nicht aufgepasst, aus der Schöpferlust wurde Frust. Ein Corsett, zu eng geschnürt. Jetzt nimmt es  ihr die Luft zum Atmen. Aber sie will sich doch in den Empfangsmodus atmen, wie wir seit gestern wissen. Wie also mit Corsett tief atmen ohne gleich in Ohnmacht zu fallen? Wie die eigene Welt kreieren und trotzdem atmen? Soll sie nun die Kontrolle aufgeben, um wieder atmen zu können? Das kann es ja auch nicht sein. Sie schöpft gern aus ihrer Kraft. Das ist Teil von ihr. Doch wer hilft ihr das Korsett aufzuschnüren? Alleine schafft sie das nämlich nicht. Der Clown ist ja ziemlich lethargisch. Manchmal. Doch er weiss um andere Eigenschaften. Ergreife dir ein Ziel, setze einen Samenkorn in fruchtbare Erde. Gieße ja nach Wetterlage hin und wieder mal das Pflänzchen und überlasse den Rest dieser Entwicklung der großen Göttin. Gebe dein Ziel hin. Vertraue der weiblichen Fruchtbarkeit. Und der Zeit. Manchmal muss man eben warten können. Das weiss der Clown ganz bestimmt. Wie nun aber glücklich sein im Warteraum? Du kannst durchatmen, meditieren, dich dem Müßiggang hingeben. Du hast Raum für Inspirationen..na das klingt schon wieder so ergebnisorientiert.. Die Matrosin hat für Hingabe einfach kein Gefühl. Sie kann nur auf Schaffenskraft von A- Z. Sich die Welt kreieren. Etwas bewusst erschaffen. Jeden Schritt verfolgen. Hingabe erscheint ihr zu passiv. Und wenn sie sich den Clown so ansieht, findet sie ihr Urteil schnell bestätigt. So durchs Leben gehen wie der Clown? Nie im Leben. So wird sie nicht. Der Clown ist ihr Freund und er will, dass sie endlich mal länger tief atmet, als 2 Sekunden. Also schlägt er ihr vor, dass sie ihre Ziele an ihn übergibt, wenn sie soweit sind. Er wird das Wasser drauf gießen und sie pflegen so lange es eben dauert. Bis was draus wächst. Und so öffnet er die Fäden ihres Corsetts. Ein wenig. Der Anfang für mehr Luft ist gemacht. Wenn er ihr die ersten Blüten schenken kann, wird sie verstehen, wie schön es ist, ein Ziel zu haben, ja auch ein paar kleine Zwischenschritte in Richtung Zielerfüllung zu machen, doch darauf zu vertrauen, dass das reicht. Wie sonst soll etwas für einen arbeiten können, wenn man alles selbst in die Hand nimmt? Los +lassen. Viele verstehen das nicht. Los (bedeutet: sich in Richtung Ziel bewegen) und Lassen (bedeutet: etwas nicht tun). Sich dem Moment hinzugeben und ihn zu nehmen, wie er ist. Schafft dir einen Freiraum der Leere. Du kannst das entdecken, was du findest. Und dich daran erfreuen. Ganz ohne Kraftakt und ständige Kontrolle. So kann dich dein Leben viel schöner überraschen. Und du kannst einfach leben.


Der Horizont dunkel. Es erscheint das erste kleine Licht des roten Riesen.

Der Clown fasst sich sein Herz und läuft direkt auf den erwachenden Ball zu, umarmt diesen mit weit geöffnetem Blick und lässt sich davon tragen..

In einen neuen Morgen.

Alles neu, alles Licht. Alles gut. Er nimmt sich mit und hat sich noch nicht verloren.

Seine Zellen erinnern:

das was das was das was das was das was das was das was das was das was das was das was das was das was war ist wird

alles eins alles atmen alles verbunden und frei gefühlt, gelebt, geliebt zu werden.

Atmen als Weg. Eine Verbindung. Müssen wir alle.

Darum geht es  doch im Großen und Ganzen. Sonst nichts.

Alles Atmen und zwar mit Liebe- vom ersten bis zum letzten

Atmen- tut die Matrosin jetzt tief, tiefer und am tiefsten. Mal laut mal leise, mal zischend mal schwer.

Neulich flüsterte ihr einer. Sie spürt seinen Atem auf ihrer Haut. Noch immer. Atme dich in den Empfangsmodus. Das fand sie vielversprechend.

Sie fragt sich, was das denn bitte bringen soll jetzt- mit dem Empfangsmodus und dem Atmen und wie das überhaupt geht.

Der Clown rät: Empfangend einatmen Zweifel ausatmen.

Sie beschliesst einfach nur atmend durchs Leben zu gehen ist gar nicht so leicht. Jedoch ihr Perspektivwechsel.

Und sie fragt sich was am atmen weiblich ist?

 

 

Liebe deinen Atem


Der Clown stellt fest:

Mein Atem ist mein bester Freund!

Und trotzdem nimmt er ihn kaum wahr. Selbstverständliche 20.000 Atemzüge tragen ihn durch den Tag. Ohne irgendeine Gegenleistung zu erwarten. Ohne ständig auf sich aufmerksam zu machen. Dieser Freund ist nicht egoman. Nein. So viel kann der Clown sagen.

Dieser Freund ist ganz unsichtbar und doch ist er dem Clown nah. Schaut in sein Innerstes, viel tiefer als er selbst.

Ohne diesen Freund kann der Clown nicht lange. Mit diesem Gedanken wird ihm allmählich bewusst, dass auch etwas Unsichtbares voller Kraft ist, uns Kraft schenken möchte und auch kann.

Warum nicht einfach mal tief durchatmen, wenn es stressig wird? Sich an seinen besten Freund erinnern, bei der nächsten Zweifelei an sich, Gott, der Zukunft oder den anderen?

Dein bester Freund weiss immer wie es dir geht. Ob du gehetzt bist oder wütend, vielleicht gerade ängstlich, genervt oder verliebt. Ihm kannst du nichts vormachen. Lausche deinem Atem, höre hin und lerne dich kennen.

Die Luft geht dieser Beziehung nie aus.. bis dass der Tod uns scheidet. So gesehen ist der Atem der treuste Begleiter auf all unseren Wegen.

Der Clown findet das allein reicht aus, ihn besser kennenzulernen, sich Zeit für ihn zu nehmen, ihm zuzuhören.

Warum schenkt er seinen Zweifeln, die meist zu nichts führen, außer dazu etwas nicht zu tun, selbst wenn er es gerne täte, mehr Aufmerksamkeit, als seinem Atem, der ihm die Kraft schenkt genau das zu tun.

Er atmet tief durch, schiebt seine Zweifel an allem was nicht sichtbar ist beiseite, und lauscht.