Category: Clown



Aufgepasst:

Anlässlich des Tag des Buches verlosen der Clown und die Matrosin das Buch Als wir träumten von Clemens Meyer.

Und du kannst es gewinnen, indem du an der Verlosung teilnimmst.

Was musst du dafür tun?

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Der Clown und die Matrosin sammeln bis einschließlich 30. April alle Kommentare und ziehen daraus den Gewinner des Buches Als wir träumten von Clemens Meyer. Am 01. Mai geben sie den fröhlichen Gewinner bekannt.

Warum dieses Buch?

Die Matrosin ist ein Ostkind und wuchs in L.E. auf, so herzen die Leipziger liebevoll ihre Stadt, denn sie sind furchtbar verliebt in sie.

Die Matrosin erinnert sich noch lebhaft an ihre ausgefüllten Kindertage in sozialistischer Obhut. Aus nicht mehr ganz jungen Kinderaugen hat sie die Wende und den Zusammenbruch des Systems ihrer Eltern und Lehrer,-  ihrer Nachbarn und Stasispitzel erlebt. Ihr Pionierhalstuch verlor plötzlich seinen Wert und die Gemeinschaft der FDJ löste sich auf. Dafür erhielt sie einen Gameboy und spielte Tetris. Diese Zeit und das Sich- Zurechtfinden im Umbruch des Systemwechsels beschreibt der inzwischen Mitte 30 jährige Clemens Meyer. Es geht um Freundschaft, Orientierungslosigkeit, ums Erwachsenwerden, ums Sich Ausprobieren und Sich Kennenlernen und ums Loslassen.

Das Buch erhielt etliche Preise. Clemens Meyer ist seither ein anerkannter Nachwuchsautor, dem viel Aufmerksamkeit widerfährt. Eine Stimme des Ostens, der zuzuhören sich lohnt.

Wer wissen will, wie sich das anfühlt eine Heimat zu verlieren und eine neue zu gewinnen, der sollte dieses Buch lesen.

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Liebe deinen Atem


Der Clown stellt fest:

Mein Atem ist mein bester Freund!

Und trotzdem nimmt er ihn kaum wahr. Selbstverständliche 20.000 Atemzüge tragen ihn durch den Tag. Ohne irgendeine Gegenleistung zu erwarten. Ohne ständig auf sich aufmerksam zu machen. Dieser Freund ist nicht egoman. Nein. So viel kann der Clown sagen.

Dieser Freund ist ganz unsichtbar und doch ist er dem Clown nah. Schaut in sein Innerstes, viel tiefer als er selbst.

Ohne diesen Freund kann der Clown nicht lange. Mit diesem Gedanken wird ihm allmählich bewusst, dass auch etwas Unsichtbares voller Kraft ist, uns Kraft schenken möchte und auch kann.

Warum nicht einfach mal tief durchatmen, wenn es stressig wird? Sich an seinen besten Freund erinnern, bei der nächsten Zweifelei an sich, Gott, der Zukunft oder den anderen?

Dein bester Freund weiss immer wie es dir geht. Ob du gehetzt bist oder wütend, vielleicht gerade ängstlich, genervt oder verliebt. Ihm kannst du nichts vormachen. Lausche deinem Atem, höre hin und lerne dich kennen.

Die Luft geht dieser Beziehung nie aus.. bis dass der Tod uns scheidet. So gesehen ist der Atem der treuste Begleiter auf all unseren Wegen.

Der Clown findet das allein reicht aus, ihn besser kennenzulernen, sich Zeit für ihn zu nehmen, ihm zuzuhören.

Warum schenkt er seinen Zweifeln, die meist zu nichts führen, außer dazu etwas nicht zu tun, selbst wenn er es gerne täte, mehr Aufmerksamkeit, als seinem Atem, der ihm die Kraft schenkt genau das zu tun.

Er atmet tief durch, schiebt seine Zweifel an allem was nicht sichtbar ist beiseite, und lauscht.


Der Clown fühlt sich winterdepressiv. Der Winter hat all sein Feuer verbraucht. Ohne Licht fällt ihm das Aufstehen morgens noch schwerer als sonst. Selbst für einen Spaziergang muss er sich entweder hinausprügeln oder mit einer Belohnung verlocken. Lange wird er der Dunkelheit nicht mehr strotzen. Er möchte nur noch Schokolade essen (in seine Lieblingshose passt er grad nicht mehr hinein) und sich besaufen. Stattdessen übt er den Sonnengruß.

Wird der Frühling wiederkommen? Dauerts noch lange? Er blickt auf das Grau vor seiner Haustür. Das war der trübste Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnung.

Den Tränen nahe schreibt er:

Wird der Frühling auch wirklich zurückkommen? und schließt verdrossen sein Buch der Zweifel.

Sein Fastenvorhaben sich seiner ständigen Zweifelei zu entsagen, erweist sich als schwierig.

Doch die Kraniche kommen zurück. Das flüstert ihm die Matrosin ganz sanft ins Ohr.

http://www.nabu.de/tiereundpflanzen/voegel/zugvoegel/kraniche/14589.html

Zwischenzeiten..


Manchmal ist etwas schon zu ende, aber das Neue ist noch nicht so recht in Sicht.

Der Clown steht an seinem vernebelten Wegesrand, grübelt und späht aus, geht einen Schritt vor und wieder zwei große Schritte zurück. Einen Wegweiser kann er nicht finden.

Was ist richtig für ihn? Was gilt es jetzt zu tun? Er weiss es nicht. Nirgends eine Abbiegung, die ihm gefällt oder schon in Reichweite liegt.

So hält er inne. Macht eine Pause und lässt das Leben seine Pläne für die nächsten Tage machen.

Seltsam je mehr er inne hält, desto umtriebiger werden seine Gedanken. Dem Clown bleibt nichts anderes übrig als auch dieses verzweifelte Liedchen vom richtigen Weg in seinem Büchlein abzulegen. Obs hilft?


Der Clown und die Matrosin konsumieren im Alltag vieles gedankenlos. Das macht ziemlich satt. Sie haben keine Lust mehr auf diese Überfluss-Wegwerf-Fress-Attacken-Supermarkt- Realtität.

Um herauszufinden, wie es ist auf etwas zu verzichten, was sie im Alltag gedankenlos konsumieren, machen sie einen Selbstversuch.

Beide haben sich überlegt, was sie ständig achtlos konsumieren. Und das wird gefastet. 7 Wochen lang.

Die Matrosin wird sich vegan ernähren. Das ist für sie eine Herausforderung, da sie bisher zu den Allesfressern zählt. Ihre Lust auf Fleisch widerspricht jedoch ihrer umweltpolitischen Haltung. Sie will ihren Klima-Fußabdruck verkleinern und das kann sie durch den Verzicht auf tierische Produkte erheblich. Sie will herausfinden, wie es ist, auf Milch, Käse, Butter, Eier und Fleisch, aber auch Honig zu verzichten. Es wird eine große Umstellung für sie, klar hat sie sich in den letzten Tagen mit Kochbüchern und vielen Tipps von Freunden, die so leben, eingedeckt. Die Bücher machen Lust aufs Probieren und ihre Freunde sehen auch ganz zufrieden aus. Warum also nicht einen Versuch wagen?

Und was konsumiert der Clown täglich und zwar gedankenlos im Überfluss? Er hängt immer wieder in Gedankenschleifen fest. Inzwischen weiß er, dass ein Großteil seiner Gedanken aus Zweifeln besteht. Zweifel an sich selbst, an anderen, aber auch an seinen Gaben, seinem Talent, seiner Liebe an seinem Erfolg. Ihr lest schon, es sind wahre Gedankenlawinen, die der Clown tagein tagaus konsumiert.

In den nächsten 7 Wochen wird er seine Zweifel fasten.

Das wird ein schwieriges Unterfangen, der Clown muss gut in sich hinein horchen und ehrlich zu sich selbst sein, will er es auch nur annähernd schaffen. Es wird ihm sicher nicht immer gelingen, aber wenn er einen Zweifel bemerkt, kann er ihn sich bewusst machen und loslassen. Darum soll es für ihn gehen.

Neben der Konsumkritik und dem Versuch, sich selbst zu zeigen, dass es auch anders geht als gewohnt, spielt für den Clown wie auch für die Matrosin Spiritualität eine Rolle. Sie diskutieren oft über religiöse Fragen. Hadern mit Gott und suchen nach ihrer  Haltung zu ihm.

Sie erhoffen sich in den nächsten 7 Wochen auf diesem spirituellen Weg weiterzukommen. Weiterzukommen ist hier jedoch die falsche Begrifflichkeit, denn um ein Eifern, eine Erfolgsorientierung soll es hier eben nicht gehen.

Das Fasten soll ihnen zeigen, dass es gut sein kann, etwas zu entbehren, dass es gut sein kann sich vom gewohnten Weg zu entfernen, einmal inne zu halten und eine altgeliebte Angewohnheit zu hinterfragen, indem man sie loslässt.

Wohin es geht wissen beide nicht, aber sie werden auf sich achten, sich beobachten und ihr Verhalten reflektieren. Im Jetzt sein und wenn es mal nicht gelingt, werden sie nicht verkniffen und frustriert aufgeben, sondern über sich lachen und sich selbst etwas besser kennenlernen und vielleicht sogar die ein oder andere Sache mit Gott besser verstehen.

Ihr werdet in den folgenden 7 Wochen, einen Erfahrungsbericht von dem Clown und der Matrosin lesen können. Im besten Fall macht Ihr beiden Mut oder hinterfragt ihr Fasten.


Im Rückblick auf den Blog 2012 stellen Matrosin und der Clown fest: Es war ein Jahr des Probierens, des Suchens, des sich Kennenlernens. Ein Anfang.

aufkonfrontationskursmitdemschicksal forcierte 2012 die Suche und die Reise nach Achtsamkeit. Ein Probieren und Nachdenken. Ein Fragen und Überlegen.

Schön und gut.

2013 wird anders, weil sich alles stets verwandelt.

Das letzte Jahr hat Fragen, die uns von nun an begleiten wollen, aufgeworfen:

Der Clown: Was bedeutet Konsum für uns?

Ersetzt er z.B.: die Liebe, die Moral oder die Freiheit?

Matrosin: Ersetzt Konsum das soziale Gefüge?

Der Clown: Ist Nein jetzt das neue Ja?

Matrosin: Bedeutet Konsumverzicht die Erschaffung von Frei- und Freuräumen?

Der Clown: Ersetzt Konsum unseren Glauben?

Matrosin: An was glauben wir denn noch?

Der Clown: Verliert sich meine Achtsamkeit, wenn ich ständig auf Neues gestoßen werde?

Matrosin: Ist das alles aus Plastik?

Der Clown: Sei es durch Werbung oder andere Medien?

Matrosin: Verschleiert ein zu viel immer ein zu wenig?

Der Clown: Wer konsumiert hier wen?

Matrosin: Brauch ich das jetzt wirklich?

Der Clown: Nimmt einem Achtlosigkeit die Fähigkeit Glück zu empfinden?

Matrosin: Was wird nur aus all dem Plastik?

Der Clown: Brauch ich das jetzt wirklich?

Matrosin: Was werfe ich heute von dir weg Welt?

Der Clown: Warum fastest du  nicht?

Matrosin: Fasten? Ich?

Der Clown: Vom 13.Feb bis 31. März ist Fastenzeit.

Matrosin: Warum ich?

Der Clown: Kannst du eine Fastenzeit lang ohne Fleisch, Fisch, Honig, Butter, Milch und Käse sein?

Matrosin: Klar kann ich.

Der Blog widmet sich 2013 dem Thema Konsumverzicht.


Der Clown:

Was ist Achtsamkeit?

Wie führst du ein achtsames Leben?

Ist Achtsamkeit in?

Kannst du Achtsamkeit zwischen all den Regalen kaufen?

Wie sieht sie aus?

Hat Achtsamkeit eine Form oder eine Farbe?

Ist Achtsamkeit formbar?

Erscheint sie dir, wenn du meditierst?

Bist du achtsam, wenn du dem Luftzug deines Atems beim Ein-und Ausatmen lauschst?

Ziehst du die kalte Luft zuerst durch den rechten oder den linken Nasenflügel?

Sagt das etwas über dich aus?

Macht dich Achtsamkeit glücklich?

Obwohl ich mich im Beobachten versuche und ein Wanderer bin, kann ich mir diese Fragen noch nicht beantworten.

All diese Frage habe ich an dich da draußen. Und an dich Matrosin:

P.S.: Ich bin Links-Einatmer.


Während der blutende Mann ohne Obdach auf der Bank

Halt sucht.

Stehen zwei Streifenpolizisten mit ratlosem

Blick vor dem Subjekt und warten.

Ein Ball zerbricht das Geschehen.

Fliegt ihnen um die Nasen.

Fehlschuss!

Die spielenden Kinder kreischen vorbei.

Zwei Frauen auf hohen Schuhen mit strengem Parfum und vollen Taschen

jagen nach dem geeigneten Plätzchen für ihren Coffee To Go.

Ein Straßenfeger betrachtet die Szenerie.

Wie nur den Dreck schnell beseitigen.

Als ein Rettungswagen den Mann ohne Obdach

aus Clowns Blick entfernt,

rollen die Pappbecher des Coffee To Go in Richtung Blutlache.

 

Clowns Seifenblase Nr. 1


Der Geschmack dieser Zeit

Stille stand ich neben mir vor einem Bonbonpalast aus rotweißgestreiftem Zuckerwerk der Villa Rotlicht zog mich an sie strahlte mir entgegen eine Verführung welch Spiel dies war mein Glück und ich übersah als mich die Frau hinter dem Fenster aus Glas vermutlich die Herrin des Hauses erblickte der Glanz der rotweißen Zuckerschicht verlockte mich meine Zunge weit herausgestreckt küsste ich die Wand zärtlich duftendes Karamell begrüßte mich der Geschmack dieser Zeit Trostlosigkeit schien überwunden welch Wonne welch Glück schleckend labte ich meine Seele an dieser Fassade bis mein Bauch voll war und der Knopf meiner Hose aufplatzte da wollte ich zurück in mein Leben doch meine Zunge blieb kleben die Frau die Herrin des Hauses kam mir nun in den Sinn ihren Blick ihre Aufmerksamkeit suchte ich zu finden zu spät denn sie lief vorbei an meiner Zunge und an der Vanillestange und den Nougateiern und den Baiser-Nestern sie ließ mich zurück in der süßen Falle also auch meine Zunge inzwischen bin ich endlich satt um nicht zu sagen fett


Unser Clown trauert noch immer seiner vergeblichen Plastik-Liebe zur russischen Traumfrau nach.

Zu schade! Warum nur ist diese Frau nicht echt? Sie hätte es sein können. Die Richtige. Das hat er gespürt. Der Clown liebt seine Seifenblasen. Er lebt von ihnen. Stets sind sie ihm treue Begleiter gewesen. Ja,  die ein oder andere ist zerplatzt. Es tat immer sehr weh, sie als Pfützchen am Boden liegend zu sehen. Eine Idee weniger, eine unerhörte Lust, eine falsche Medaille. Eine ungelebte Liebe. Aber er wäre kein Clown, hätte er nicht das Werkzeug sich neue Seifenblasen zu pusten. Auch heute versucht er es wieder und wieder mit kussrotem Mund. Doch kein Glück. Entweder der Wind vertreibt sie oder sie wollen sich einfach nicht formen lassen. Bleiben aus. Pustenderweise läuft unser Clown umher.

Was tun ohne Seifenblasen? Er ist ein Nichts ein Niemand und noch viel mehr. Unruhe treibt ihn vor sich her. Finden. Irgendwas! Finden.

Die russische Textilarbeiterin hat ihn immerhin eine Zeit lang begleitet. Sie fehlt ihm von Herzen. Leere macht sich breit, schluckt jede Hoffnung. Lächerlich kommt er sich vor. Lacht sich selbst aus, er weiß sehr wohl, dass er einer Illusion hinterherlief. Die Wut auf sich selbst macht ihn bitter. Zu oft schon sind ihm seine Seifenblasen zerplatzt. So viel Liebe und Mühe. Gedanken umkreisen unseren Clown. Er wird sie nicht los. Er fühlt sich allein und verloren. Verraten und verkauft.

Halt?! ruft ein Mädchen von der Straße. Beinahe hätte er sie umgerannt. So vertieft in Gedanken, so durcheinander seine Mitte, so rasend seine Beine.

Um die Zeit noch so schnell unterwegs? Warum? Er weicht ihrer Frage aus. Sonderbar lacht sie ihn an. Eine langsame Person.

Gehen wir ein Stück zusammen?

Wer bist du?

Dein Entschleunigungsprogramm.

Erst jetzt bemerkt er seine Müdigkeit. Die hat er in seiner Hektik nicht gespürt.

Lass uns doch gemeinsam nach dem Glück- oder wie du es nennen magst- streben.

Nur wenn du gut pusten kannst, schmollt er.

Clown, schaust du dich auch mal um? Da sieht er das Mädchen an.

Vergiss deinen Atem nicht, sagt sie.

Eben noch war er allein.