Category: Konsum



Was hat die Plastikflasche mit der Scheinewelt zu tun?

Die Matrosin überlegt noch, woher sie ihr Wasser bekommt, wenn sie unterwegs ist, aber der Clown trinkt schon länger sein Leitungswasser, gereinigt und energetisiert von ein paar liebgewonnenen Steinchen, aus einer alten und schönen Tomaten-Passata-Flasche aus Glas. Das schmeckt ihm viel besser. Aber seht selbst das Video von der Geschichte der Wasserflasche, indem ihr auf die Überschrift (Was hat die Plastikflasche..) clickt, öffnet sich der Film.

Inzwischen hat er festgestellt, dass alte Marmeladegläser hervorragende Aufbewahrungsgefässe für den Mittags-Lunch darstellen.

Keine Chance dem Plastikmüll!

Wie ihr seht, geniessen der Clown und die Matrosin momentan in vollen Zügen den Sommer, aber das Thema Konsumverzicht treibt sie weiterhin um, und sie probieren viele neue Wege und Perspektiven aus, was ihnen sehr viel Spaß macht.

Ihre Erfahrungen könnt ihr sicher im Herbst wieder hier lesen oder vielleicht auch mal so zwischendurch. Auch wenn der Sommer heute `ne Verschnaufpause macht, in ein zwei Tagen ist er wieder da. Dann geniesst alle die Sonne und das Wasser. Die Matrosin springt momentan täglich in die Weser, der Clown nascht sich durch Steinobst und Beeren. Sie fühlen sich reich beschenkt vom Leben und freuen sich, dass das Baden in einem Fluss und das Sonne genießen kostenlos sind.

Sie meinen:  Reich sein kann nämlich jeder :-).


Der Clown und die Matrosin konsumieren im Alltag vieles gedankenlos. Das macht ziemlich satt. Sie haben keine Lust mehr auf diese Überfluss-Wegwerf-Fress-Attacken-Supermarkt- Realtität.

Um herauszufinden, wie es ist auf etwas zu verzichten, was sie im Alltag gedankenlos konsumieren, machen sie einen Selbstversuch.

Beide haben sich überlegt, was sie ständig achtlos konsumieren. Und das wird gefastet. 7 Wochen lang.

Die Matrosin wird sich vegan ernähren. Das ist für sie eine Herausforderung, da sie bisher zu den Allesfressern zählt. Ihre Lust auf Fleisch widerspricht jedoch ihrer umweltpolitischen Haltung. Sie will ihren Klima-Fußabdruck verkleinern und das kann sie durch den Verzicht auf tierische Produkte erheblich. Sie will herausfinden, wie es ist, auf Milch, Käse, Butter, Eier und Fleisch, aber auch Honig zu verzichten. Es wird eine große Umstellung für sie, klar hat sie sich in den letzten Tagen mit Kochbüchern und vielen Tipps von Freunden, die so leben, eingedeckt. Die Bücher machen Lust aufs Probieren und ihre Freunde sehen auch ganz zufrieden aus. Warum also nicht einen Versuch wagen?

Und was konsumiert der Clown täglich und zwar gedankenlos im Überfluss? Er hängt immer wieder in Gedankenschleifen fest. Inzwischen weiß er, dass ein Großteil seiner Gedanken aus Zweifeln besteht. Zweifel an sich selbst, an anderen, aber auch an seinen Gaben, seinem Talent, seiner Liebe an seinem Erfolg. Ihr lest schon, es sind wahre Gedankenlawinen, die der Clown tagein tagaus konsumiert.

In den nächsten 7 Wochen wird er seine Zweifel fasten.

Das wird ein schwieriges Unterfangen, der Clown muss gut in sich hinein horchen und ehrlich zu sich selbst sein, will er es auch nur annähernd schaffen. Es wird ihm sicher nicht immer gelingen, aber wenn er einen Zweifel bemerkt, kann er ihn sich bewusst machen und loslassen. Darum soll es für ihn gehen.

Neben der Konsumkritik und dem Versuch, sich selbst zu zeigen, dass es auch anders geht als gewohnt, spielt für den Clown wie auch für die Matrosin Spiritualität eine Rolle. Sie diskutieren oft über religiöse Fragen. Hadern mit Gott und suchen nach ihrer  Haltung zu ihm.

Sie erhoffen sich in den nächsten 7 Wochen auf diesem spirituellen Weg weiterzukommen. Weiterzukommen ist hier jedoch die falsche Begrifflichkeit, denn um ein Eifern, eine Erfolgsorientierung soll es hier eben nicht gehen.

Das Fasten soll ihnen zeigen, dass es gut sein kann, etwas zu entbehren, dass es gut sein kann sich vom gewohnten Weg zu entfernen, einmal inne zu halten und eine altgeliebte Angewohnheit zu hinterfragen, indem man sie loslässt.

Wohin es geht wissen beide nicht, aber sie werden auf sich achten, sich beobachten und ihr Verhalten reflektieren. Im Jetzt sein und wenn es mal nicht gelingt, werden sie nicht verkniffen und frustriert aufgeben, sondern über sich lachen und sich selbst etwas besser kennenlernen und vielleicht sogar die ein oder andere Sache mit Gott besser verstehen.

Ihr werdet in den folgenden 7 Wochen, einen Erfahrungsbericht von dem Clown und der Matrosin lesen können. Im besten Fall macht Ihr beiden Mut oder hinterfragt ihr Fasten.


Ich..

fuhr eine Weile lang! zur See, auf einem Frachtschiff. Habe viel zu Gesicht bekommen.
Ich bin launisch, mehr laut als leise, ungeduldig!, ein Putzteufel. Ich liebe Fleisch und lasse mir die Achselhaare stehen, aus Protest! Der allgemeine Schönheitswahn ist kaum zu ertragen, obwohl ich dem Ideal dieser Zeit! sehr wohl entspreche. Das hatte zur Folge, dass ich zwar viele Männer, vielleicht auch die ein oder andere Frau, kennenlernte, die mir anfangs vieles versprachen. Diese ließen mich jedoch zu schnell fallen, als sie erkannten, dass ich keine leichte Trophäe war.

Ich kann sie also nicht halten die Steppenwölfe dieser Zeit?

Sie zeigen sich überrascht, wenn sie spüren, dass ich mich an sie binden will. Du bist immer so souverän. Du bist immer so souverän. Du bist. Immer. So.Souverän. Sie meinen das ernst.

Ich bin die Matrosin und liebe es mit mir allein zu sein. Dann fühle ich mich frei, lege niemandem Rechenschaft für mein Wie oder Was ab. Ich bin sicher mit mir.

Ja- verdammt! Ich bin souverän, so wie ein Staat es ist oder eine Konsumentin.

Doch auch meine kleine Seele strebt nach Verbindung mit anderen. Wie soll sie sich erfahren? Sich entwickeln ohne eine andere Seele, die bereit ist, ihren Weg mit ihr zu teilen? Wer Nähe schaffen will, die langfristig wächst, gibt einen Teil seiner Souveränität auf. Er darf das selbstbewusst tun, ist aber nicht unabhängig in seinem Handeln.

Natürlich kann ich ans Regal gehen und mir eine neue Maske auswählen, die mit mir spielt- eine Zeit lang!- ja, das habe ich schon gemacht. Es ist schön für den Moment!. Keine Frage.

Warum also nicht?

Wegwerfen macht träge. Wen schauen wir an, wenn Persona auf Persona trifft?

Wenn sich eine Maske einer anderen Maske verstellt.

Doch kommt der Moment!, seine Maske ein Stück weit abzulegen, dann werfen wir uns weg, werfen uns immer und immer wieder weg und halten Ausschau nach der Maske auf Regalplatz I 35.

Wie schade.

Wer etwas unbeachtet wegwirft, der wirft auch ein Stück von sich selbst weg. Davon bin ich überzeugt.

Wir sehen nicht. Wir hören nicht. Wir sprechen nicht.

Wir konsumieren.